Strafjustizzentrum Augsburg
Objektbeschreibung
  Der Neubau für das Strafjustizzentrum Augsburg ist das Ergebnis eines Architektenwettbewerbes.
Die Gruppe 65, Prof. Schulz und Huttner, erhielt 1991 den 1. Preis und den Auftrag zur Ausführung.

Mit Bezug dieses Gebäudes geht für die Staatsanwaltschaft Augsburg, die Strafkammern des Landgerichtes Augsburg und für die Strafabteilung des Amtsgerichtes Augsburg die Zeit der Unterbringung in mehreren über die Stadt verteilte Gebäude zu Ende.

Ein Haus, in dem Recht gesprochen wird, muss besonders hohe Anforderungen erfüllen. Es soll Würde ausstrahlen ohne einzuschüchtern und beim rechtsuchenden Bürger Vertrauen schaffen durch seine offene freundliche Atmosphäre.

Der Baukörper, bestehend aus Verhandlungsbereich und Verwaltungsbereich nimmt die Richtung der Gögginger- bzw. der Depotstraße auf. In der Höhenentwicklung gibt die bestehende Bebauung an der Gögginger Straße den Maßstab vor.

Die neue Straßenbahnhaltestelle, mit ihren besonderen Beleuchtungskörpern und eine auf das Gebäude bezogene Bepflanzung, schafft im Vorfeld eine neue Platzsituation.

In der Achse des Haupteingangs führt der Blick durch die Halle in den Gartenhof und verdeutlicht dabei die Gliederung des Gesamtkomplexes in die beiden vorgenannten Gebäudebereiche. Die Ecke Gögginger-/ Depotstraße wird durch die vorspringende Bibliothek städtebaulich betont.

Das Freiraumkonzept lebt von den bestehenden Baumgruppen. Die Kunstwerke betonen dabei den parkartigen Charakter.

Die Fensteranordnung des Neubaus entwickelt sich aus der inneren Funktion; Hohe Transparenz im Zugangsbereich, eine zurückgenommene im Verhandlungsbereich unter Beachtung der Sicherheitsaspekte sowie eine großzügige im Bürobereich, unter Berücksichtigung der Anforderungen an die EDV-Arbeitsplätze.

Die tragende Konstruktion besteht aus Stahlbeton, die Fassade neben den geputzten oder mit Fertigteilen verkleideten geschlossenen Flächen aus einer Metall- Glas-Konstruktion. Das Dach über der Halle ist eine Holzkonstruktion aus Leimbindern.

Die Verhandlungssäle ordnen sich in drei Ebenen um die Halle. Sie werden über Galerien und Brücken mit Wartemöglichkeiten für die Prozessbeteiligten erschlossen.

Die Büros sind in dem dreibündigen Flügel untergebracht. Außenliegende Büros unterschiedlicher Größe fassen die Kernzone mit den Nebenräumen. Die Flure werden durch Licht und Farbe rhythmisch gegliedert. Im Verhandlungstrakt sind der Schwurgerichtsaal, 17 weitere Sitzungssäle und die Dienstzimmer der Landgerichtsärzte untergebracht.

Im Verwaltungstrakt befinden sich die Arbeitsplätze für ca. 350 Mitarbeiter, großflächige Registraturräume und die Kantine mit dem Küchenbereich.

Im Untergeschoss sind der Vorführbereich für Gefangene, Technikräume und eine Tiefgarage angeordnet.

Für Besucher und Bedienstete stehen ein Parkdeck und ebenerdig angeordnete Stellplätze zur Verfügung.

Die künstlerischen Arbeiten akzentuieren das architektonische Konzept. Die Lichtwand in der Halle von Christoph Brech gibt der Tiefe des Raumes Halt. Der Glasfilter vor der Bibliothek, vom gleichen Künstler, unterstützt den stadträumlichen Akzent der Bibliothek und vermittelt nach außen deren Funktion. Die beiden Stelen von Josef Sailstorfer, liegend gebrochen im Eingangsbereich, stehend im Innenhof, setzen den Straßenraum und den Gartenhof in eine spannungsvolle Beziehung.

Architekturbüro
  Prof. Schulz
Augsburg

Leistungen der 7o9
  Projektleitung, Herr Koß
Div. Ausschreibungen
Bauleitung in der Endphase

Fotos
  Eckhardt Matthäus Fotografie
www.em-foto.de